Zahnstein oder Karies: Anhand dieser Merkmale lassen sie sich unterscheiden

Zahnstein oder Karies: Anhand dieser Merkmale lassen sie sich unterscheiden

Wir zeigen Ihnen, ob Sie unter Zahnstein oder Karies leiden. Hier zu sehen: Kariesbefall auf der Zahnoberfläche. (Quelle: Sergii Kuchugurnyi/shutterstock.com)

Sie fahren sich mit der Zunge über die Zähne und spüren etwas, was dort nicht hingehört. Es fühlt sich rau, zerklüftet und ungewohnt an. Beim Blick in den Spiegel wirkt der Zahn an der betroffenen Stelle dunkler.

Was mag das sein? Zahnstein? Oder sogar Karies? Das spielt im ersten Moment keine Rolle, denn sowohl Zahnstein als auch Zahnkaries gefährden die Gesundheit Ihrer Zähne und erfordern schnellstmöglich eine ärztliche Abklärung.

Wie Sie Zahnstein und Karies unterscheiden können, welche Gemeinsamkeiten sie haben und weitere wichtige Fragen beantworten wir in diesem Artikel.

1. Wie erkennt man Zahnstein?

Bei Zahnstein handelt es sich um einen verkalkten Zahnbelag. Dieser bildet eine Art Ummantelung um den Zahn.

Im frischen Zustand sieht er meist weiß bis gelblich aus. Je länger der Zahnstein auf den Zähnen haften bleibt, desto wahrscheinlicher ist eine Verfärbung ins Bräunliche. Vor allem bei Rauchern ist die Farbe oft nahezu schwarz. In diesem Fall spricht man auch von schwarzem Zahnstein. Diese Verfärbungen lassen sich durch normales Zähneputzen nicht beseitigen. Neben Tabakteer verändern auch Rotwein, Kaffee, Tee und weitere Genuss- und Lebensmittel die Farbe des Zahnsteins.

Wenn Sie mit der Zunge darüberfahren, fühlt sich der Zahnstein rau an.

Wo entsteht Zahnstein am häufigsten?

Am häufigsten setzt sich Zahnstein in der Nähe der Speicheldrüsen ab. Die Mineralien aus dem Speichel sind für die Entstehung des Zahnsteins mitverantwortlich. Sie mineralisieren die Plaque – einen flächigen, von Bakterien besiedelten Belag aus Speiseresten. Durch die Ablagerung der Speichelmineralien verhärtet sich der Belag und bekommt eine steinartige Struktur. Vor allem Kalziumphosphat unterstützt diesen Vorgang, weshalb oft von einem verkalkten Zahnbelag die Rede ist.

Die Speicheldrüsen sondern den Speichel vor allem in der Nähe der unteren Schneidezähne im Innenraum der Mundhöhle sowie an den ersten, im Oberkiefer sitzenden Backenzähnen ab. Diese Stellen sind deshalb besonders häufig von Zahnstein betroffen. Der Zahnstein befindet sich entweder auf der Zahnoberfläche, in den Zwischenräumen der Zähne oder in den Zahnfleischtaschen.

2. Wie erkennt man Karies?

Die Karies birgt in fortgeschrittenem Stadium das Risiko eines Zahnverlustes. Sie frisst Löcher in den Zahnschmelz. Diese sind an dunklen, manchmal schwarzen Verfärbungen zu erkennen. Im Anfangsstadium sieht man nur einen kleinen, unscheinbaren hellbraunen Fleck.

Der Zahnarzt sucht deshalb mit einer Sonde und einem Spiegel gezielt nach kariösen Stellen. Diese sind für das Auge des Laien nicht immer sofort sichtbar, denn die kleinen Löcher befinden sich häufig auch zwischen den Zähnen.

Karies auf dem Röntgenbild

Manchmal erkennt man die Karies nur auf einem Röntgenbild. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sich die Zahnfäule unter einer Krone befindet. Manchmal kommt es auch vor, dass sich unter kleinen Löchern ein größerer, tief hinabreichender Kariesherd verbirgt. Viele Zahnärzte wenden das Röntgenverfahren deshalb regelmäßig an – etwa alle 2 Jahre beim jährlichen Kontrolltermin.

Können Zahnstein und Karies gleichzeitig auftreten? Kann Karies unter dem Zahnstein entstehen?

Menschen, die sowohl unter Zahnstein als auch unter Karies leiden, sind keine Seltenheit. In diesem Fall sind einige Zähne von Karies und andere von Zahnstein betroffen oder die Karies befindet sich neben oder über dem Zahnstein.

Die Verkalkung macht die im Zahnstein angesiedelten Bakterien jedoch weitgehend unschädlich. Deshalb befindet sich direkt unter dem Zahnstein normalerweise keine Karies. Die Bakterien wachsen beim Zahnstein viel häufiger auf der Zahnoberfläche. Dort finden sie ideale Wachstumsbedingungen vor.

Im Laufe der Zeit, wenn die Zähne nicht behandelt werden, entsteht eine Zahnfleischentzündung, eine so genannte Gingivitis. Es folgt eine Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparats. Die Zähne werden locker. Mit der Parodontitis steigt auch das Risiko, an Karies zu erkranken.

Unterschiede zwischen Zahnstein und Karies

Im Gegensatz zum Zahnstein bewirkt die Zahnkaries eine Demineralisierung. An der Zahnoberfläche beginnend lösen sich in diesem Fall Mineralien ab. Die Karies frisst tiefe Löcher, die sich im Extremfall bis zum Zahnbein ausbreiten, den Zahn zerstören und starke Schmerzen verursachen. Karies ist eine Zahnfäule, die die Substanz mindert.

Zahnstein besteht aus Ablagerungen, die den Zahn mit zusätzlicher Masse belasten. Anders als Zahnstein ist Zahnkaries ansteckend.

Gemeinsamkeiten von Karies und Zahnstein

Die Ursache für Zahnstein und Karies ist immer ein nicht entfernter Zahnbelag – die sogenannte Plaque. Eine mangelnde Zahnhygiene begünstigt in beiden Fällen die Entstehung.

Es handelt sich sowohl beim Zahnstein als auch bei der Karies zumeist um ein lokal begrenztes Problem. In der Regel ist nicht das gesamte Gebiss betroffen.

So lassen sich Zahnstein und Karies entfernen

Sie lassen Zahnstein und Karies idealerweise beim jährlichen Kontrolltermin beim Zahnarzt entfernen. Wenn Sie befürchten, dass Sie unter Karies leiden könnten, sollten Sie allerdings nicht auf den Termin warten. Stattdessen sollten Sie Ihren Zahnarzt so schnell wie möglich aufsuchen.

Während Karies nur vom Zahnarzt entfernen werden kann, können Sie beim Zahnstein rein theoretisch auch selbst Hand anlegen. Aber nur, wenn Sie wirklich wissen, was Sie tun.

Fazit: Zahnstein oder Karies: So lassen sie sich unterscheiden

Um Ihre Zahngesundheit auf Dauer zu erhalten, ist es sehr wichtig, sowohl Zahnstein als auch Karies regelmäßig zu entfernen. Nur so lassen sich Zahnfleischentzündungen sowie Schädigungen des Zahnhalteapparats vermeiden.

Liegt bereits eine Parodontitis vor, dann ist auch das Karies-Risiko erhöht. Generell sind sowohl Zahnstein als auch Zahnkaries wichtige Gründe, um einen Zahnarzt aufzusuchen. Dieser erkennt sofort, um was es sich handelt, und ergreift daraufhin die erforderlichen Gegenmaßnahmen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 01. März 2021 aktualisiert.