Xylit gegen Zahnstein: Effektives Mittel oder Humbug?

Xylit gegen Zahnstein: Effektives Mittel oder Humbug?

Viele Experten sind überzeugt, dass man Xylit in Bezug auf die Zahngesundheit zu wenig Beachtung schenkt. Wir prüfen heute für Sie, ob Xylit gegen Zahnstein hilft. (Quelle: HETIZIA/shutterstock.com)

Immer wieder hört man, dass der Zuckeraustauschstoff Xylit gegen Zahnstein helfe. Schließlich haben finnische Forscher in den 1970er Jahren bewiesen, dass Xylit die Ausbreitung von Karies massiv hemmt und den Zahnschmelz remineralisiert.

Aber stimmt das wirklich? Hilft Xylit gleichzeitig auch gegen Zahnstein? Wir haben für Sie recherchiert. Unsere Erkenntnisse finden Sie hier.

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Was ist Xylit?

Bei Xylit handelt es sich um einen Zuckeraustauschstoff, der in der Lebensmittelindustrie die Bezeichnung E 967 trägt. Er hat eine nahezu ähnliche Süßkraft wie Zucker, dafür allerdings rund 40 Prozent weniger Kalorien. Es handelt sich um keinen klassischen Süßstoff, der keine Kalorien aufweist – wie beispielsweise Aspartam. Auch sein Einfluss auf den Insulinspiegel ist geringer, weshalb Xylit besonders für Diabetiker geeignet ist.

Natürlicherweise kommt er zu sehr geringen Mengen beispielsweise in Himbeeren, Erdbeeren und Blumenkohl vor.

Welche Effekte hat Xylit auf unsere Zähne?

Diverse klinische Studien haben gezeigt, dass Xylit eine antikariogene Wirkung innewohnt. Heißt: Es hemmt die Ausbreitung von Karies. Bei Probanden, die während der Studie täglich Xylitkaugummis konsumiert haben, konnte man eine Reduktion der Karieszuwachsrate von 82 Prozent feststellen.

Der Grund: Die Bakterien, die für Karies verantwortlich sind, können Xylit im Gegensatz zu Zucker nicht verstoffwechseln. Sie verhungern also im wortwörtlichen Sinne. Außerdem hindert Xylit die Bakterien dran, die Zahnoberfläche zu besiedeln.

Des Weiteren fördert Xylit die Speichelproduktion, was wiederum die Remineralisierung des natürlichen Zahnschmelzes begünstigt.

Auch erhöht Xylit den pH-Wert der Mundflora. Dies wirkt sich ebenfalls negativ auf die kariesverursachenden Bakterien aus, da diese ein saures Milieu zum Wachsen und Gedeihen benötigen. Die Einlagerung von Calcium in den Zahnschmelz begünstigt ein höherer pH-Wert ebenfalls.

In welcher Form kann Xylit verwendet werden?

Um Karies effektiv zu bekämpfen, wird eine Menge von 5 bis 10 Gramm Xylit pro Tag empfohlen. Sie sollten die Menge über den Tag verteilt in mehreren Portionen einnehmen. Am besten immer direkt nach dem Essen und insbesondere nach zuckerreichen Snacks. Die Mittel der Wahl sind dabei Kaugummis oder Lutschpastillen.

Es gibt allerdings auch Patienten, die Xylit in kristalliner Form verwenden. Es sieht dann aus wie normaler Zucker. Dabei gibt man einen halben Teelöffel Xylit in den Mund, wartet bis es sich auflöst, spült einige Male im Mund herum und spuckt es danach wieder aus. Insgesamt sollte Xylit dabei rund 2 Minuten im Mundraum verweilen. Dies wiederholt man über den Tag verteilt zwei- bis dreimal.

Aber hilft Xylit auch gegen Zahnstein?

Wir haben uns die Studien näher angeschaut und nicht ein einziges Mal das Wort Zahnstein entdeckt. An der positiven Wirkung auf Karies zweifeln wir nicht. Das heißt aber noch lange nicht, dass Xylit auch einen Einfluss auf Zahnstein hat.

Nichtsdestotrotz hat Xylit mit Sicherheit indirekt positive Auswirkungen auf Zahnstein. Schließlich hemmt es das Bakterienwachstum und stärkt den natürlichen Zahnschmelz. Das können auch im Kampf gegen Zahnstein keine negativen Effekte sein.

Achtung: Xylit ist nichts für Hunde!

Da wir auf Zahnstein-Entfernen.info auch über Zahnstein beim Hund informieren, der folgende Hinweis: Xylit ist für Hunde toxisch – also giftig. Wenn Sie Hunde haben, sollten Sie die Substanz vor dem plüschigen Vierbeiner also in Sicherheit bringen.

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Fazit: Xylit gegen Zahnstein

Xylit ist gut für Ihre Zahngesundheit. Zahnstein bekämpft man damit – unserer Meinung nach – jedoch nicht. Zumindest nicht auf direktem Wege.

Zuletzt aktualisiert: 08. Juni 2020